Besser Einkaufen – Plastikfreie Alternativen

Was ist die größte Veränderung?

Eine der ersten Fragen wenn es um das plastikfreie Leben geht. Für mich das Einkaufsverhalten.

Früher

Früher hab ich mir sehr wenig Gedanken zum Einkaufen gemacht. Es wurde das mitgenommen auf was ich im Supermarkt Lust hatte, evtl. wenn geplant war etwas bestimmtes zu kochen auch nach Einkaufszettel. Viele Einkäufe wurden auch einfach auf dem Heimweg schnell erledigt. Meistens ist mein Mann einmal die Woche für einen Großeinkauf losgefahren.

Nach solch einem größeren Einkauf hab ich daheim dann erst einmal alles ausgepackt, umgepackt und verstaut. Meistens durfte ich dann den Müll raus bringen.

Heute

Heute sieht es doch etwas anders aus. Bevor ich zum Einkaufen geh, pack ich mir meine Taschen und Behälter ein. Da ich immer noch eine Spontanentscheidekäuferin bin, nehm ich immer so ein Grundsortiment aus Stofftaschen für Obst und Gemüse, Dosen und Gläser und evtl. ein Eierkarton mit.

plastikfrei. einkaufen.
plastikfrei. einkaufen.

Ja und noch etwas hat sich geändert. Ich meide die großen Supermarktketten und geh meistens auf den Bauernmarkt oder in den Bioladen um die Ecke.


Das ist unsere große Chance als Verbraucher. Durch unser Einkaufsverhalten geben wir jedes Mal unsere Stimme ab. Nicht nur für die Verpackung von Lebensmitteln, sondern auch für deren Produktion.

Ich möchte, dass Lebensmittel fair produziert werden, mit minimaler Belastung der Umwelt. Andere Menschen oder Tieren sollen nicht unter meinem Konsumverhalten leiden. So zumindest mein Ideal. Ja und da ist man dann schnell bei bio, fair trade, regional, minimal verpackt und sehr wenig bis kein Fleisch.

Ich kann keine Bienen halten und dann beim Discounter konventionell produzierte, mit Glyphosat gespritzte Gurken kaufen. Für mich geht das nicht mehr. Aber diese Entscheidungen muss jeder für sich treffen.

Und selbst wenn ich das ganz gut hinbekomme, gibt es noch viele andere Baustellen (Urlaubsverhalten, Wohnsituation, Freizeitaktivitäten, Südfrüchte, nur weil es eine Demeter-Avocado ist, ist es immer noch eine Avocado….)


Aber ich schweife ab, zurück zum Einkaufen:

Ich lass mir alle Lebensmittel direkt in meine Behälter einfüllen. Obst und Gemüse in die Stofftaschen, entweder die Naturtasche oder in einfache Baumwolltaschen, von denen ich sowieso Massen daheim hab. Ein paar wurden einfach zu festen Obst und Gemüsetaschen umfunktioniert, so müssen sie auch nicht immer gleich gewaschen werden.

Brot und Brötchen kommen ebenfalls in eine Stofftasche oder ein großes Leinentuch.

Festen Käse lass ich mir gleich auf das Bienenwachstuch legen und wickle ihn ein. Weicher Käse kommt in ein Glas oder in eine Metallschüssel. Hier empfiehlt es sich ihn zumindest daheim im Kühlschrank nicht luftdicht zu verschließen, sondern auch mit einem Bienenwachstuch abzudecken, sonst schimmelt er schnell.

Wurst und Fleisch kommen in Metalldosen. Das hat mich am Anfang am meisten Überwindung gekostet. Einfach zu fragen, ob das geht. Die ersten Male hab ich immer meinen Mann vorgeschickt. Als der dann von den positiven Reaktionen von der Verkäuferin berichtet hat, hab ich mich auch getraut.

Heute für mich ganz normal, alles in meine Behälter füllen zu lassen und man bekommt überwiegend positive Rückmeldung.

Natürlich bin ich in den letzten Jahren auch das ein- oder anderen Mal auf Widerstände gestoßen oder hab komische Blicke geerntet. Aber wenn man nett und freundlich bleibt, die Verkäuferin (ich bleib jetzt mal ganz klischeehaft nicht genderneutral) vielleicht kurz aufklärt, weshalb man das so möchte, stößt man doch meist auf Verständnis.

Manchmal haben die Verkäuferinnen an der Frischetheke Angst gegen Hygienevorschriften zu verstoßen, aber hier gibt es eine ganz klare Regelung: die Dose, Schüssel oder das Glas darf auf dem Tresen stehen und sie kann es hier einfüllen.

Ich bin sehr froh, dass es am Markt oder auch beim Metzger sehr unkompliziert ist und ich eher das Gefühl habe, dass sich die Verkäuferinnen freuen.

 

Bei einigen Produkten hat man ja glücklicherweise noch die Wahl bei der Verpackung. Milch, Joghurt, Getränke, Öl und sogar Quark gibt es im Glas. Mehl, Getreide, Nudeln (bis auf ein nutzloses Sichtfenster) in Papier. Alles was ich früher in Dosen gekauft habe, gibt es jetzt einfach auch im Glas.

Ja, und dann gibt es noch die Sachen, die es auch im Biomarkt nur in Plastikverpackung gibt. Hülsenfrüchte, Nüsse, Rosinen….. für mich unverständlich, wieso man hier keine Papierverpackung nehmen kann. Da ich leider auch keinen verpackungsfreien Supermarkt in der Nähe habe, werden diese Dinge 2-3 mal im Jahr im größeren Maßstab in München (Ohne) oder Rosenheim (nimm‘s lose) verpackungsfrei eingekauft. Wobei das jetzt wahrscheinlich auch ein Ende hat, im Nachbarort gibt es eine Mühle, die diese Dinge auch alle verkauft.

Ja und die Arbeit, die man vor dem Einkauf, beim Einpacken der Taschen und Behälter hatte, spart man sich dann beim Heimkommen. Alles wird einfach so wie es ist in den Kühlschrank oder die Speisekammer gestellt. Kein lästiges aus- und umpacken und vor allem kein Müll raus bringen, weil es kein Müll gibt :). Auch nicht dann, wenn die Lebensmittel aufgebraucht sind. Das einzige was bei uns noch anfällt ist etwas Papier- und Glasmüll. Stoffe die in Deutschland gut recycelt werden können.

Viel Freude beim Ausprobieren, Bessermachen, Anderssein

stefanie

 

3 Kommentare zu „Besser Einkaufen – Plastikfreie Alternativen

Gib deinen ab

  1. Ist schwierig die Umstellung. Auf dem Heimweg von der Arbeit schnell in den Supermarkt um die Ecke geht dann nicht mehr. Und daher bin ich noch keinen Schritt weiter. Ich müsste ja in der früh vor der Arbeit so wach sein, dass ich Verpackungsmaterial einpacke, das ganze dann zur Arbeit tragen / radeln und dann zum verpackungsfreien Geschäft in der Innenstadt, wo ich aber nicht alles bekomme. Außerdem frag ich mich wie die das geliefert bekommen bevor es in die Plastikfreien Gefäße kommt.
    Ich hab irgendwie Panik, dass Einkaufen so zur abendfüllenden Freizeitbeschäftigung würde und schrecke davor zurück und gehe nach wie vor in den Supermarkt um die Ecke – wähle jedoch, wenn möglich, das unverpackte Obst und Gemüse.
    Aber da stoße ich nun schon auf das nächste Problem: Ist unverpackt besser als regional in Plastik? Ist konventionelle Landwirschaft ohne Plastik oder Bio in Plastik umweltfreundlicher? Ich steht derzeit total auf’m Schlauch was das einkaufen angeht. Es ist zum Haare ausraufen!

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    1. Da hast du recht. Es ist wirklich nicht leicht, vor allem am Anfang. Aber je länger man darauf achtet , desto einfacher wird es! Mir hat es geholfen, im Radlkorb/Auto immer ein Stoffsäckchen mit ein paar Säckchen, Papiertüten und Gläsern (gut sind die Joghurtpfandgläser) zu haben. Dann geht es auch spontan.
      In der Früh ist es bei mir auch immer so stressig, da geht nichts mehr. Aber am Abend davor kurz noch ne Dose oder so dazu zu packen ist für mich auch immer ne Idee. Halt für die spontanen Einkäufe. Vorräte kauf ich dann eher nach Plan, aber dafür selten und dann viel…Aber da ist einfach jeder ein anderer Typ.
      Supermarkt um die Ecke und einfach ein bisschen nachzudenken ist doch schon super. Oft hat man ja die Wahl, aber du sprichst genau die Probleme an, die sich glaub ich jeder irgendwann stellt… zum Beispiel frag ich mich auch, ob man Bio Kartoffeln aus Ägypten braucht?
      Ganz oft entscheide ich nach Bauchgefühl, wobei Plastik mittlerweile einfach ein rotes Tuch ist.
      Manchmal denk ich mir schon, wie einfach das Leben war, als man sich keine Gedanken darüber gemacht hat, aber das kann auch nicht die Lösung sein 😏
      Ich kann nur sagen, weiter so….. viele Kleinigkeiten machen auch was aus. 💚

      Gefällt 1 Person

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