Der Strudel des plastikfreien Lebens oder die Bettwäschefrage

Plastikfrei ist ein riesen Wort. Richtig frei von Plastik glaube ich kann man es auch nicht schaffen wenn man ein einigermaßen normales Leben führt, aber es geht schon mit erheblich weniger Plastik und Müll im Allgemeinen.

Bei mir war es wie schon gesagt die Plastikflasche, die ich als erstes aus meinem Leben verbannt habe und durch eine Glastrinkflasche ersetzte. Mittlerweile bin ich mittendrin in dem Plastikfrei-Zerowaste-Strudel, denn das eine ergibt natürlich das andere…. Nach zwei Jahren fühlt sich das „plastikfreie“ Leben super an, einfach, unkompliziert. Es ist schön weniger Entscheidungen treffen zu müssen. Im Zweifelsfall gibt es das unverpackte Obst, den Joghurt im Glas, die selbstgemachten Gnocchi oder einfach vieles einfach nicht mehr.

Es kommen jedoch immer mehr Entscheidungen dazu. Kauf ich Kleidung, die Kunststofffasern enthält?  Nehm ich den Kaffee ohne Plastikverpackung oder den Fair Trade produzierten? Geht beides? Geht es mir nur um den Plastikverzicht oder eigentlich um viel mehr? Schmeckt mir die Schokolade noch wenn ich weiß wie die Natur und die Menschen ausgebeutet werden, nur damit ich für einen Euro eine Tafel Schokolade bekomme?

Ja und dann hat sich eine neue Frage aufgetan. Die letzten Wochen hab ich mich ganz bewusst für fair produzierte Produkte entschieden und dafür, dass ich auch hier meinen Konsum darauf auslegen möchte mit gutem Gewissen einzukaufen. Ich möchte keine Schokolade mehr essen für die Kinder als Sklaven Pestizide ausbringen und auch keine Kleidung tragen für die Menschen von 8-22 Uhr für sieben Euro im Monat arbeiten müssen. Gerade ist es also mein Urlaubsprojekt schöne sozial und ökologisch produzierte Kleidung zu finden.

Und dabei ist mir eben die Woche die Bettwäschefrage untergekommen. Geplant war ein Kurzbesuch im schwedischen Möbelhaus (Vorratsgläser, Pappkisten und eigentlich Bettwäsche). Als ich dann vor der Auswahl von an die 100 Varianten stand, war es schließlich mein Mann der fragte: „Wollen wir wirklich hier Bettwäsche kaufen? Irgendwie passt es doch nicht. Bei der Kleidung achten wir auf die Herkunft und in der Wäsche, in der wir jede Nacht liegen, wär es uns auf einmal egal.“

Und schon ging es weiter im Strudel mit der neuen Frage: Wo bekomme ich ökologische und sozial produzierte Bettwäsche her? Schnell hab ich rausgefunden, dass das GOTS Zertifikat nicht nur beim Kleiderkauf, sondern im kompletten textilen Bereich ein wichtiger Anhaltspunkt ist. „Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Auf hohem Niveau definiert er umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und fordert gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien.“

Für mich überraschend war, dass man im Internet mehrere Anbieter von Bettwäsche findet, die GOTS zertifiziert ist. Die Auswahl ist super wobei meine Favoriten sind:

Grüne Erde, Avocadostore und gekauft hab ich dann bei barefoot living. Auf der Internetseite findet man keine Angaben über die genauen Produktion- und Verarbeitungsbedingungen. Auf Nachfrage habe ich jedoch folgende Antwort erhalten: „Unsere Textilien aus Leinen lassen wir alle von einem langjährigen Kooperationspartner in Dänemark anfertigen sowie einfärben. Dieser arbeitet mit verschiedenen Produktionsstätten zusammen die gemäß ISO9001, ISO14001, ISO18001, SA8000, BSCI, GOTS und Oeko-Tex zertifiziert sind.“

Heute ist das Paket dann gekommen. Die Verpackung war schon sehr liebevoll. Die Wäsche fühlt sich traumhaft an, die Verarbeitung ist super und ich freu mich schon auf die erste Nacht.

Viel Spaß beim Schlafen mit guten Gewissen,

stefanie

7 Kommentare zu „Der Strudel des plastikfreien Lebens oder die Bettwäschefrage

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  1. Ja, wenn man einmal mit Plastikfrei/less waste anfängt, kann man nicht mehr aufhören und die eine Umstellung bedingt die andere und und und… ich habe dringend neue Jeans gebraucht, da meine nach drei mal Flicken dann doch ganz durch war. Da ich bei den gängigen Fairtrade-Läden nichts gefunden habe, wurde es dann eine aus dem Second Hand Laden. Das ist für mich nun immer erste Anlaufstelle. Wenn ich da nicht das Benötigte finde, versuche ich eine Fairtrade-Variante zu finden. Die ist aber bisher selten so schön plastikfrei verpackt wie deine tolle Bettwäsche… lg, ica

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    1. Liebe Ica,
      Danke für deine Nachricht. Lustigerweise hatte ich genau das Jeans Problem gestern auch. Ich bin allerdings in keinem Second Hand fündig geworden. Mittlerweile hab ich das Gefühl das meist nur Damen im Alter 50+ ihre Kleidung da abgeben. Jetzt Versuch ich es am Wochenende mal mit dem Flohmarkt. Lg

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      1. Ja, man muss echt Glück haben. Zumal ich sonst nie was passendes finde dank doofer Figur. Aber die jetzige war sogar schon passend kürzer genäht, wie für mich gemacht 😍. Das 50+Gefühl hatte ich bei Oberteilen. Ich drück dir die Daumen für einen tollen Flohmarktfund!

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  2. Vielen Dank für den inspirierenden Artikel!
    Wir haben letztes Jahr erst einmal den Weg „Plastikmüll reduzieren“ eingeschlagen und haben uns einen Wassersprudler gekauft. Dieser besteht allerdings aus Plastik und, weil wir es mit den Kindern irgendwie sicherer fanden, haben wir uns auch noch für die entsprechenden Plastikflaschen entschieden. Aber immerhin häufen sich keine PET-Flaschenberge an.
    Das Problem mit dem Lebensmittelkauf habe ich auch. Die fair gehandelten Bio-Bananen sind in Plastikfolie gepackt. Die anderen will ich aber nicht kaufen und mit meinen Kindern sind Bananen aber unverzichtbar. Zur Zeit nehme ich da lieber den Plastikmüll als in Pestiziden arbeitende Menschen in Kauf. Allerdings kann ich dir den fair gehandelten „café intención“ empfeheln, der schmeckt und ist nich,t wie der Gepa Kaffee, in Plastik verpackt.
    Liebe Grüße, Claudia

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    1. Danke für den Tipp Claudia. Du hast völlig recht, man muss sich oft zwischen verschiedenen Möglichkeit entscheiden. Oft fragt man sich auch was ist jetzt das bessere. Plastik, Transport, Produktion…
      Aber jeder Anfang und jeder Gedanke zählt 😊
      Liebe Grüße Stefanie

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